Über das Anschmachten von Römern und Mr Darcy: Ein Tag in Bath

Mit der englischen Kurstadt Bath verbinde ich vor allem eins, oder besser gesagt eine Person: Jane Austen. Nachdem unser Roadtrip uns bereits in ihren Geburtsort, den Ort ihrer Jugend und zu ihrem Urlaubsquartier geführt hatte, stand als letzter Punkt Bath auf dem Plan.

Übernachtet haben wir wieder in einer Airbnb-Unterkunft im Stadtteil Oldfield Park, indem sich die Häuser gleichen wie ein Ei dem anderen. Den Abend nach unserer Ankunft verbrachten wir in der Velo Lounge (Moorland Road) und waren live beim wöchentlich sonntäglichen Quizabend dabei. Allerdings ließen wir uns lieber das deftige Essen schmecken und unsere müden Köpfe, vollgestopft mit neuen Eindrücken, ausruhen. Trotzdem konnten wir uns dem Charm der englischen Pubszene nicht gänzlich verschließen und blieben am Ende länger als geplant.

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Am nächsten Morgen sind wir mit dem Auto ins Zentrum gefahren und haben uns dort auf Parkplatzsuche begeben, da wir später nicht erst noch Zeit verlieren wollten, das Auto zu holen. Sowieso war unsere gesamte Planung eng getaktet, am Abend sollte das Mietauto bis spätestens acht Uhr wieder am Flughafen Heathrow zurückgegeben werden. Das wurde zum Ende hin ganz schön knapp, vor allem da uns unser Navi im Stich ließ, wir keine weiteren Straßenkarten dabeihatten und uns auf unser Erinnerungs- und Orientierungsvermögen verlassen mussten. Wer schon einmal mit dem Auto um Heathrow herum unterwegs war, der weiß, was für eine Meisterleistung wir da vollbracht haben.

In Bath ist es jedoch ebenfalls nicht so einfach sich zurecht zu finden. Eine Einbahnstraße reiht sich im Zentrum an die andere. Unbezahlte Parkplätze gibt es nicht und bezahlbare Parkplätze sind stark umkämpft. Am Ende wurden wir dennoch fündig, auch wenn es uns wieder ein paar Nervenzellen gekostet hat. Meine Empfehlung: Lieber etwas außerhalb einen Parkplatz suchen und dann mit einem Bus ins Zentrum fahren, dann kann man gleich auch entspanntes Sightseeing machen. Es gibt sogar drei Park & Ride Services mit regelmäßigen Busverbindungen. Das Parken ist kostenlos, nur das Busticket kosten natürlich was.

Eine weitere Möglichkeit, sich einen ersten Überblick über Bath zu verschaffen, sind die typischen Hop-and-Off-Busse. Die eine Route führt durch das Zentrum, die andere führt hoch hinaus zum Prior Park Landscape Garden und bietet einen spektakulären Blick auf Bath. D. fuhr diese Strecke sogar zwei Mal, während ich im Römischen Bad herumwandelte und mir vorstellte wie die Herrschaften zu Zeiten Austens dieses wenig köstliche Wasser tranken und zwischen den Säulen schlenderten, um den neusten Klatsch zu erfahren oder dem ein oder anderen Herrn einen kecken Augenaufschlag boten. Mir sind jedoch nur Römer begegnet, die auf ihrem Handy spielten und den weiblichen Avancen wenig Beachtung schenkten. Dennoch auf jeden Fall ein Besuch wert.

Mein erster Abstecher war jedoch – natürlich – das Jane Austen Center. Nach dem Museum in Chawton war meine Erwartungshaltung entsprechend hoch, insbesondere da es sich hierbei sozusagen um DEN Treffpunkt der Jane-Verrückten handelt. Jedoch erfuhr ich nicht viel Neues, das Verkleiden hatte ich bereits hinter mir und mit einem Federkiel habe ich schon im Kunstunterricht gearbeitet. Da hatte das Haus in Chawton mehr Charme. Ein absolutes Muss (und dafür braucht man auch keinen Eintritt zahlen) ist aber der Besuch des Tea Rooms, der von jungen Frauen in Regency Kleidung betrieben wird. Ein Anschmachten des Portraits von Mr Darcy ist inklusive.

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Nach dem Anschmachten waren wir ziemlich hungrig und suchten uns erst einmal etwas zu essen, aber das stellt im Stadtzentrum von Bath keinerlei Probleme dar. Auch bieten die kleinen Boutiquen dem kleinen und großen Shoppingherz jede Menge Gründe zum Geldausgeben. Dennoch wurde ich, ebenso wie J. Austen, mit Bath nicht so wirklich warm. Während für Salisbury ein halber Tag ausreichte, reicht ein Tag für Bath um einen ersten Überblick zu erhalten und einige wenige Touristenziele abzuklappern. Am Royal Cresent sind wir lediglich vorbeigefahren, das Bath Abby haben wir nur von außen betrachtet und der Prior Park Landscape Garden erhielt von uns einen kurzen Blick mit dem Versprechen wiederzukommen. Vielleicht kann ich mich ja dann für Bath erwärmen – wo doch so viele von dieser Stadt schwärmen.

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