Off-Topic: Sehnsucht, Liebe & Obama

Ich vermisse es. Die Prosodie des Englischen in meinem Ohr. Das tägliche Sprechen. Verzweifelt klammere ich mich an den Radiosender BBC Wiltshire[1], der eine Sehnsucht in mir erklingen lässt an Abenteuer, die eigentlich noch nicht so fern sind, aber gefühlt vor einer Jahrmillion stattfanden.

Es gibt Momente, da würde ich lieber ins Englische switchen. Es klingt besser, ist viel kürzer, fühlt sich so viel natürlicher an. Besonders wenn ich von meinen London-Erlebnissen berichte, habe ich Schwierigkeiten die Ereignisse und Gefühle in einem ordentlichen Deutsch zu formulieren. Würdet ihr das meiner Englischlehrerin aus der Mittelstufe erzählen, sie würde euch für verrückt erklären. Denn ganz am Anfang stand ich mit dieser Sprache auf Kriegsfuß, sogar eine Ehrenrunde sollte ich deswegen drehen. Aber ich kämpfte, siegte und wurde von Jahr zu Jahr besser. Auch wenn ich es damals vielleicht noch nicht wahrhaben wollte, ich liebte diese Sprache, liebe sie noch heute.

Darum finde ich es auch so toll, dass unser kleines Kino jeden ersten und dritten Montag im Monat eine Englische Sneak anbietet.

Trommelwirbel: Es wurde Southside with You gezeigt.

Es ist ein biographisches, romantisches Drama, in deren Hauptrolle der junge Barack Obama (Parker Sawyers) und die ebenso junge Michelle Robinson (Tika Sumpter) ihr erstes Date verleben.

Die Handlung ist simpel: Der junge Anwalt versucht das Herz seiner Auserwählten zu gewinnen. Sie besuchen eine Afro-Centric Ausstellung, haben zusammen Lunch, spazieren durch einen Park, gehen zu einer Bürgerversammlung bei der Obama eine flammende Rede hält, gehen wieder Spazieren, haben ein paar Drinks, sehen einen Film und küssen sich schließlich zum ersten Mal vor einem Eiscafé. Der Film plätschert vor sich dahin, ist oft still, Bild und Musik stehen im Vordergrund. Nach der Hälfte ist klar, da kommt nicht mehr viel. Für 4 EUR ok, mehr aber bitte nicht. Und auch wenn es kein britisches Englisch war,  als ich die Augen schloss und mir vorstellte, ich wäre in einem Londoner Kino, war ich für einen kurzen Moment zurück.

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[1] Was es genau mit BBC Wiltshire auf sich hat, werdet ihr demnächst erfahren.

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