Verliebt ins Theater: Macbeth

Eigentlich war ich ja froh, dass ich dieses Semester keine Seminare an der Uni belegen musste, denn es gab eindeutig ein Shakespeare overflow an Angeboten und, unter uns, Shakespeare ist eigentlich nicht so meins…

Dennoch wagte ich mich noch in ein zweites Theaterstück von ihm: Macbeth.

Geplant war ja eigentlich der Besuch von „A Midsummer Night’s Dream“, doch waren hierfür die Karten schon weit im Voraus ausverkauft – zumindest zu den Veranstaltungen, an denen ich gekonnt hätte. Diesmal hätte eine etwas weiter vorausschauendere Buchung der Theaterkarte nicht geschadet. Klar, der Shakespeare’s Globe ist eben ein kleiner großer Touristenmagnet und lässt sich wohl eher auf der Touri-London-To-Do-Liste finden als der Besuch des Garrick.

Ich war froh, dass ich nach der Arbeit noch einmal nach Hause bin um mein luftiges Bürooutfit gegen etwas Wärmeres zu tauschen und eine kleine Decke mitzunehmen, auch wenn es zeitlich etwas knapp wurde. Denn das Theater ist dem Original nachempfunden – ohne Dach und (wie der Name bereits verrät) rund. Dementsprechend kann es auch etwas ungemütlich werden und, wie in meinem Fall, nass. Glücklicherweise waren bereits alle Karten für den Yard ausverkauft, sodass ich gar nicht anders konnte als mir einen überdachten Platz in der Gallery zu nehmen. Auch diesmal mit „restriced view“, sodass der Preis bei noch angenehmen 23 Pfund lag.

Trotz der Kälte am Abend und der diesmal etwas schlechteren Sicht (ich saß ganz außen und blickte somit seitlich auf die Bühne), war ich begeistert. Das Publikum im Yard wurde wie erwartet in das Stück mit einbezogen und nachdem sich langsam die Dämmerung über das Theater legte, es immer dunkler und windiger wurde (passend zum Stück), der Gesang der Musiker einem eine Gänsehaut verursachte (wirklich grandios!), konnte man den Strudel spüren, der einen in das 16. Jahrhundert zurückkatapultierte.

Auch wenn am Nachmittag ebenfalls Stücke angeboten werden, würde ich jedem empfehlen abends zu gehen – die Atmosphäre ist gleich eine andere, ich versprechs! Jacke, Decke und eventuell ein Kissen sind keine schlechte Idee, aber man kann sich die beiden letzteren wohl auch gegen ein gewisses Entgelt ausleihen.

Das Globe Theater ist von Frühjahr bis Herbst geöffnet und zeigt Stücke von Shakespeare, aber auch modernere Sachen. Frühzeitiges Schauen lohnt sich allemal und wer kann, sollte keine Scheu davor haben, sich die Sprache Shakespeares „anzutun“. Ich habe auch nicht jedes Wort verstanden, aber wer sich vorher über das Stück schlau macht, weiß schon mal um was es geht, dass hilft enorm. Ansonsten, einfach die Atmosphäre genießen und aufpassen: Man könnte tatsächlich noch anfangen sich ernsthaft für Shakespeare zu interessieren.

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