Eine grüne Oase: Kew Gardens

Ich gestehe es: Ich bin eine Grünanlagensüchtige. Ich kann Stunden in einem Park verbringen. Durch die Gegend schlendern, auf einer Parkbank sitzend die Leute beobachten, ein Buch in der Hand, Grashalme unter meinen nackten Füßen spüren, mich von der Sonne kitzeln lassen bis meine Gesichtsfarbe glüht… Und London bietet für eine wie mich das komplette Angebot dafür: Von klein bis groß. Von touristisch überfüllt bis hier-laufen-hauptsächlich-Einheimische-rum.

Kew Gardens ist weder klein noch groß. Kew Gardens ist gigantisch.

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Kew Gardens ist eine Mischung aus Einheimischen und Touristen. Ein Grund dafür ist sicherlich die Lage in Zone 4, in die sich die Wochenendtouristen wohl eher weniger verlaufen.

Kew Gardens ist die letzte Station vor Richmond, Endstation der District Line. Mein Plan, erst der Park dann Richmond, ging schon mal nach hinten los. Ich verbrachte den kompletten Tag dort, nahm mir allerdings auch die Zeit alles, aber auch wirklich alles, anzusehen.

Und zu sehen gibt es viel: den Treetop Walkway, das Palm House, das Princess of Wales Conservatory, the Hive (eine beeindruckende Nachstellung eines Bienennestes, die besichtigt werden kann), Galerien, einen Küchengarten, eine Rosenlaube, eine Baumschule, das Davies Alpine House and Rock Garden, das abseits versteckte Queen Charlotte’s Cottage, der Kew Palace und, und, und…

Wer sich einen ersten Überblick schaffen möchte, kann an einer der kostenlosen Walking Tours teilnehmen. Für das leibliche Wohl wird ebenfalls zu genüge gesorgt und im Sommer finden zudem verschiedene musikalische Veranstaltungen und Theaterstücke statt. Wem die Füße wehtun, der kann auch mit dem Kew Explorer, eine kleine hop-on, hop-off Bahn, gegen ein gewisses Entgelt den Park erkunden.

Gerade auf den Pfaden Cedar Vista, Pagoda Vista und Syon Vista tummeln sich bei schönem Wetter recht viele Menschen. Doch folgt man den kleineren Pfaden, Richtung Nordwesten der Themse entgegen, dem kann es wie mir passieren sich plötzlich in einer Millionenstadt komplett allein wiederzufinden. Da kommt schnell die Frage auf, ob das überhaupt noch London ist oder man sich auf den grünen Wegen bereits Richtung den Highlands befindet.

An besonders schönen Tagen ist es sicherlich sinnvoll bereits von zu Hause aus sich online ein Eintrittsticket zu besorgen, ansonsten darf man schon mal eine kleine ganze Weile warten. Als Student habe ich 14 Pfund bezahlt – ja für einen botanischen Park, aber dafür bietet dieser wirklich viel! Ebenfalls sinnvoll ist es vorher zu schauen, welches Programm gerade angeboten wird und welche Gebäude offen sind. Das Queen Charlotte’s Cottages ist beispielsweise nur am Wochenende und an Feiertagen für die Öffentlichkeit zugänglich.

Von der Station Kew Gardens schlendert man etwa 10 Minuten bis zum Park. Das Schlendern an sich lohnt bereits, führt der Weg an hübschen Villen und Gärten vorbei. Allein der Platz vor dem Bahnhof lohnt einen zweiten Blick mit seinen kleinen Geschäften und (frühmorgens am Wochenende) Ständen.

Wer also viel Zeit mitbringt, sich vom Stadtjungel und vom „Rush“ des Lebens eine Verschnaufpause können möchte, ist hier genau richtig. Und die kulturell Bedürftigen kommen auch noch auf ihre Kosten (vorausgesetzt man will nicht gerade während der Mittagsstunden in die Galerien, denn dann ist dort Mittagspause und sie sind geschlossen).

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