Cambridge, Part Three: Punting

Was die Venezianer können und die Spreewälder perfektioniert haben, das haben die Cambridgeianer schon seit Anbeginn im Blut: Punting.

Wer Cambridge einen Besuch abstattet kommt nicht daran vorbei. An jeder Brücke stehen sie, Chauffeurs/Punter. Sie laden die Touristen zu einer Tour auf dem Fluss Cam ein, der sich durch das Herz Cambridge’s schlängelt. Belohnt wird man unter anderem mit einem grandiosen Blick auf den „Hintergarten“ der  King’s College Chapel, auf die Wren Library des Trinity Colleges und taucht unter der Bridge of Sighs durch.

Punts sind flache Boote, konstruiert für flache Gewässer und haben außer der Art des Antriebes eigentlich nur wenig Ähnlichkeit mit den Gondolen aus Venedig oder den Spreewälder Kähnen. Mit dem „pole“ treibt der „Punter“ das Boot an, indem er die Stange gegen das Flussbett stößt. Ursprünglich wurden Punts als Frachtboote genutzt oder zur Vogeljagd und zum Fischen verwendet, aber in der heutigen Zeit werden sie fast ausschließlich für touristische Zwecke eingesetzt.

Diese Art der „Freizeitbeschäftigung“ gibt es seit etwas mehr als einem Jahrhundert in Cambridge. Davor wurden die Boote ausschließlich als Arbeitsinstrument gebraucht, heute jedoch ist Cam der meistbefahrenste Puntingfluss. Einmal im Jahr findet sogar ein Rennen statt an dem jeder teilnehmen kann – aber hauptsächlich sind es Studenten, die während der Hauptsaison fleißig an Touristen ihr Geld verdienen und geübt haben.

Ich war an einem Montag da, es war nicht sonnig und trotzdem war es VOLL. Laut „meinem“ Punter war es jedoch relativ leer. Am Wochenende, und besonders bei strahlendem Wetter, wäre kaum noch ein Fortkommen möglich. Daher meine Empfehlung: unter der Woche von der To-Do Liste streichen!

Es gibt zahlreiche Punting Companies, Preise vergleichen lohnt sich allemal. Ich bin mit glücklichen 12 Pfund davon gekommen, es geht aber wesentlich teurer. Wer es sich zutraut, der darf auch selbst ans „Steuer“ und ein eigenes Punt mieten (je nach Company). Ich habe mich übrigens von  Cambridge Chauffeur Punts chauffieren lassen, die Guides zählen dann auch ein paar wichtige Fakten über die Gebäude und Brücken, an denen man entlang schippert, auf und lassen die ein oder andere witzige Story vom Hocker, wie beispielsweise…

Nachtklettern, oder night hopping, ist eine Tradition unter den Studenten – zum Leidwesen der Universität. So haben es tatsächlich einige Ingenieursstudenten in den 60iger Jahren geschafft, einen Austin Seven auf das Senatshausdach der Universität zu platzieren und im Jahr 2009 erhielten die vier Spitzen der King’s College Chapel Weihnachtsmützen. Die verantwortlichen Studenten wurden nie entlarvt.

Ihr seht, ein Besuch in Cambridge lohnt sich und wer keine Zeit mehr zum Punting hat – keine Sorge, in Oxford gibt es die nächste Chance. 😉

 

 

Part One und Two noch nicht gelesen? Dann aber schnell jetzt!

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2 Gedanken zu “Cambridge, Part Three: Punting

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